Reizdarmsyndrom

Funktionelle gastrointestinale Störungen wie das Reizdarmsyndrom oder Reizmagen sind häufige Erkrankungen. Sie sind mit Verminderung der Lebensqualität verbunden. Klinisch-psychologische Behandlung bei Patienten mit Reizdarmsyndrom zeigen eine deutlich bessere Wirkung als die alleinige Gabe von medikamentösen Therapien. Enorm erfolgreich ist die „gut-directed“ Hypnose.

– Mit hoher Wahrscheinlichkeit besteht ein Reizdarmsyndroms, wenn:
Chronischer Bauchschmerz besteht, der oft nach Nahrungsaufnahme auftritt oder sich verstärkt und sich mit Stuhlentleerung vermindert oder löst. Häufig kommt es auch zu Durchfällen, Verstopfung, oder beides abwechselnd. Die Betroffenen leiden meistens auch unter Blähungen, Völlegefühl und haben nicht selten auch Schleimabgänge, mit dem Gefühl der unvollständigen Entleerung. Stress kann die Symptome verstärken oder auslösen.
Wichtig für alle Betroffenen ist es auch die individuelle Situation zu beachten und die Auslösefaktoren zu finden. Aufgrund des großen Leidensdruckes, mangelnder Betreuung und Unsicherheiten werden nicht selten von Betroffenen mehrfach kostenaufwendige Untersuchungen durchgeführt.
Patienten mit FGIS haben oftmals eine Odyssee von verschiedenen Durchuntersuchungen hinter sich, nach denen es zu Befunden wie: „es ist alles in Ordnung, wir haben nichts Krankhaftes gefunden“, „Sie müssen damit leben lernen“ oder „wir können Ihnen nicht mehr weiterhelfen, ……….. vielleicht suchen Sie doch besser psychische Hilfe………..“ kommt. Betroffene erleben so oft eine Hilfs- und Hoffnungslosigkeit, die ihre Situation eher verschlimmert.
Viele Betroffenen haben allein schon durch die langandauernden unklaren Beschwerden Symptome einer psychischen Störung wie Depression oder Angst. Manche entwickeln bereits Krebsängste, oder haben Sorge, dass die Erkrankung einen noch nicht entdeckten bösartigen Verlauf nehmen könne. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Beschwerden oft schon als unerträglich und enorm beeinträchtigend empfunden werden. Aufklärung, dass verschiedene Reize wie Nahrungsmittel, Hormonveränderungen (Menstruationszyklus) oder Stress zur Überreaktion des Darmes führen können, ist daher enorm wichtig. Wichtig ist aber auch das Verständnis aller Behandelnden dafür, dass die Beschwerden nicht eingebildet sind und es bereits wissenschaftliche Erklärungsmodelle für das Leiden gibt.

– Verdauungstrakt-gerichtete Hypnose
Der Einsatz einer spezifisch auf den Bauch gerichteten Hypnose zur Behandlung von Reizdarmsyndrom oder funktionellen Oberbauchbeschwerden wurde in Manchester entwickelt. Insbesondere konnte in wissenschaftlichen Studien mit standardisierte Methoden nachgewiesen werden, dass sich Magen-Darm-Funktionen unter dem Einfluss von Hypnose verändern. So kann durch Hypnose bei Gesunden die Geschwindigkeit des Nahrungstransportes verändert werden und bei Reizdarmpatienten auch die Stärke der Darmbewegungen. Unter anderem konnte gezeigt werden, dass die Überempfindlichkeit des Verdauungstraktes bei Reizdarmsyndrom unter Hypnose nachweislich normalisiert wird.
Die Erfahrung der Arbeitsgruppe in Manchester hat ergeben, dass mehrere Sitzungen zu je einer Einheit (50 Minuten) einmal wöchentlich (über ca. zwei – drei Monate) als erfolgreichste Dauer dieser Kurztherapie festzulegen ist, damit der gewünschte Langzeiterfolg erreicht wird.